Growpedia · Tipps für Profis · Kapitel 6

Der Einfluss des Mondes auf die Keimung von Cannabissamen

Der Einfluss des Mondes auf die Keimung von Cannabissamen ist ein Thema, das seit Jahrhunderten in der Landwirtschaft diskutiert wird. Während die moderne Wissenschaft bislang kaum eindeutige Belege liefert, schwören viele Gärtner und Grower auf die traditionelle Praxis des Mondphasen-Gärtnerns.

Wissenschaftliche Sicht

Die Gravitation des Mondes beeinflusst nachweislich die Gezeiten, hat jedoch auf Pflanzen nur einen sehr geringen direkten Effekt. Auch das reflektierte Mondlicht ist im Vergleich zur Sonne extrem schwach und reicht nicht aus, um Photosynthese anzutreiben.

Dennoch gibt es erste experimentelle Hinweise: In einer Studie mit der Pflanze Brassica juncea zeigte sich, dass mehrere Nächte unter Vollmondlicht Veränderungen im Stoffwechsel und im Proteinprofil hervorrufen können. Ob diese Effekte auch auf Cannabis übertragbar sind, ist derzeit noch unklar.

Traditionelle Praxis

Nach dem Mondkalender wird die Keimung meist in der Phase des zunehmenden Mondes empfohlen. Die Begründung: In dieser Zeit soll der „Saftfluss“ in Pflanzen ansteigen, was die Wasseraufnahme der Samen begünstigen kann. Manche Züchter setzen zudem auf den Vollmond, da sie annehmen, dass das Maximum an Mondlicht und Gravitation das Wachstum anregt.

  • Zunehmender Mond (Waxing Moon): Fördert angeblich oberirdisches Wachstum und Energiezufuhr – ideal für Keimung und Pflanzung.
  • Abnehmender Mond (Waning Moon): Wird eher für Maßnahmen empfohlen, die die Wurzelbildung oder Bodenarbeit betreffen.
  • Mond & Sternzeichen: In der biodynamischen Landwirtschaft werden zusätzlich Tierkreiszeichen berücksichtigt. Erdzeichen wie Stier, Jungfrau und Steinbock gelten als besonders günstig für die Wurzelentwicklung, während Feuerzeichen bevorzugt für Blüten- und Fruchtpflanzen eingesetzt werden.

Erfahrungen aus der Praxis

Viele Grower berichten, dass sie bei einer Keimung im Einklang mit dem Mondkalender eine höhere Keimquote oder kräftigere Jungpflanzen beobachten. Andere halten den Effekt für reinen Zufall und sehen keinen messbaren Unterschied.

Tatsache ist: Die Keimung nach Mondphasen schadet den Samen nicht, sofern die grundlegenden Bedingungen wie Wärme, Feuchtigkeit und Sauberkeit eingehalten werden.

Fazit

Ob der Mond tatsächlich einen messbaren Einfluss auf die Keimung von Cannabissamen hat, bleibt offen. Sicher ist jedoch, dass das Mondphasen-Gärtnern eine lange Tradition besitzt und für viele Züchter ein fester Bestandteil ihrer Anbauphilosophie ist.

Wer es ausprobieren möchte, kann die Keimung während des zunehmenden Mondes starten und dabei auf optimale Keimbedingungen achten – denn diese bleiben unabhängig vom Mondzyklus entscheidend.

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