Growpedia · Strain of the Week
Die Haze-Story
Der psychedelische Gigant aus Kalifornien

Während Northern Lights die Welt der Indicas prägte, wurde Haze zum unangefochtenen Monument der Sativa-Kultur. Ihre Geschichte liest sich wie ein Abenteuerroman, der in den sonnigen Hügeln Kaliforniens beginnt und in den legendären Zuchträumen Amsterdams seinen Höhepunkt findet. Haze ist weit mehr als nur eine Cannabissorte – sie ist eine genetische Meisterleistung, die das moderne Sativa-Erlebnis revolutionierte.
Alles begann Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre im kalifornischen Santa Cruz. Dort arbeiteten zwei Züchter, die heute als die Haze Brothers (R. Haze und J. Haze) bekannt sind.
Sie spezialisierten sich auf den Anbau reiner Sativa-Landrassen, die über internationale Schmuggelrouten ihren Weg in die USA gefunden hatten.
Die Haze entstand nicht zufällig, sondern durch jahrelange sorgfältige Selektion und Kreuzung von Genetiken aus einigen der bedeutendsten Anbaugebiete der Welt:
Das Ergebnis war die Original Haze – eine außergewöhnlich große Pflanze mit einer Blütezeit von bis zu 20 Wochen und einem Aroma sowie einer Wirkung, die alles bisher Dagewesene übertraf.
Dass Haze heute weltweit erhältlich ist, verdanken wir vor allem Sam the Skunkman (David Watson).
Anfang der 1980er-Jahre nahm der Druck der US-Behörden auf Cannabiszüchter massiv zu. Sam emigrierte nach Amsterdam und brachte eine umfangreiche Sammlung hochwertiger Cannabisgenetik mit, darunter auch die stabilisierten Haze-Linien der Haze Brothers.
In den Niederlanden traf diese Genetik auf Pioniere wie Neville Schoenmakers. Neville übernahm einen Teil der Sammlung und begann, Haze mit Northern Lights zu kreuzen. Dadurch konnte die extrem lange Blütezeit deutlich verkürzt werden, ohne den legendären Charakter der Sorte zu verlieren.
Obwohl der Name „Haze“ heute auf unzähligen Speisekarten und Samenpackungen erscheint, sind reine Original-Haze-Linien äußerst selten geworden.
Der Grund ist vor allem wirtschaftlicher Natur. Eine echte Haze benötigt häufig 16 bis 20 Wochen Blütezeit. In derselben Zeit lassen sich zwei komplette Ernten moderner Indica-Sorten erzielen, wodurch reine Haze-Genetik für viele kommerzielle Grower wenig attraktiv ist.
Moderne Klassiker wie Silver Haze, Amnesia Haze oder Super Silver Haze sind deshalb Hybriden. Sie bewahren das typische Weihrauch- und Zitrusaroma sowie das energetische, kreative High der Original Haze, blühen jedoch deutlich schneller und liefern höhere Erträge durch den Einfluss von Skunk oder Northern Lights.
Haze veränderte die Cannabiswelt nachhaltig, indem sie zeigte, dass Cannabis weit mehr sein kann als reine körperliche Entspannung.
Ihr legendäres „Electric High“ steht bis heute für geistige Klarheit, Kreativität, Energie und Inspiration. Deshalb wurde Haze über Jahrzehnte hinweg zur Lieblingssorte vieler Künstler, Musiker und kreativer Köpfe.
Wer heute eine echte Haze anbaut, würdigt eine Zeit, in der außergewöhnliche Genetik, einzigartige Wirkung und kompromisslose Qualität wichtiger waren als eine möglichst schnelle Ernte.

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