Growpedia · Strain of the Week
Die White Widow Story
Von der Cup-Legende zum genetischen Erbe

Die White Widow ist eine der ikonischsten Cannabissorten aller Zeiten. In den 90er-Jahren war sie aus den Coffeeshops von Amsterdam nicht wegzudenken. Hinter dem Namen verbirgt sich jedoch mehr als nur eine erfolgreiche Sorte – es ist eine Geschichte über Zuchterfolge, geschäftliche Brüche und einen bis heute andauernden Streit um die wahre Urheberschaft.
Offiziell beginnt die Geschichte Anfang der 1990er-Jahre. Der Züchter Shantibaba (Scott Blakey) soll eine brasilianische Sativa-Landrasse („Manga Rosa“) mit einem indischen Hybrid aus Kerala gekreuzt haben.
Das Resultat war eine Pflanze mit einer für damalige Verhältnisse revolutionären Harzproduktion. Die Blüten waren so dicht mit weißen Trichomen bedeckt, dass sie fast künstlich wirkten – die „Weiße Witwe“ war geboren.
Doch genau hier beginnt die Kontroverse. Neben Shantibaba beansprucht auch Ingemar, Gründer von De Sjamaan, die Urheberschaft.
Der Streit ist bis heute nicht endgültig geklärt. Während Greenhouse Seeds später Ingemars Rechte kaufte und dessen Version verbreitete, nahm Shantibaba seine Interpretation mit zur Mr. Nice Seedbank.
1994 wurde die White Widow von Greenhouse Seed Co. offiziell veröffentlicht. 1995 gewann sie den High Times Cannabis Cup und setzte neue Maßstäbe in Sachen Potenz, Harzbesatz und visueller Ästhetik.
Mit ihrem hohen THC-Gehalt und einem ausgewogenen, euphorisch-entspannenden High wurde sie zum internationalen Standard.
Ende der 90er-Jahre kam es zum Bruch zwischen Arjan Roskam und Shantibaba. Shantibaba gründete gemeinsam mit Howard Marks (Mr. Nice) und Neville Schoenmakers die Mr. Nice Seedbank.
Da der Name „White Widow“ markenrechtlich bei Greenhouse verblieb, benannte Shantibaba seine ursprüngliche Version in Black Widow um. Diese soll laut ihm das ursprüngliche genetische Erbe bewahren.
Die White Widow gilt als Mutter der berühmten „White Family“ – darunter Sorten wie White Rhino oder Great White Shark.
Für Puristen ist die Black Widow von Mr. Nice die authentischste Version der 90er-Jahre-Genetik. Gleichzeitig hat auch die Greenhouse-Version weltweit Millionen Fans und zahlreiche Preise gewonnen.
Ob „Team Shantibaba“ oder „Team Ingemar“ – die White Widow bleibt ein Meilenstein der Cannabisgeschichte. Sie steht für eine Ära, in der moderne Hochleistungssorten ihren globalen Durchbruch feierten – und zeigt, dass große Legenden oft auch große Kontroversen mit sich bringen.

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